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Kennt ihr schon den "Genervten"? - Sammlung der witzigsten Kundenkommentare

Kunden verhalten sich beim Einkauf genauso unterschiedlich wie in anderen Situationen des Lebens. Redet man mit Menschen über das Online-Shopping, wird das nahezu gleiche Kauferlebnis in unterschiedlichen Worten wiedergegeben. Der Charakter des einzelnen Menschen spielt dabei eine Rolle, wie natürlich auch seine bisherige Erfahrung mit dem virtuellen Handel. Auch das Internet selbst ist ein Faktor: Es können Missverständnisse auftreten, die es außerhalb des weltweiten Netzes so nie geben würde.

Bekanntermaßen fasst erfahrungen.de die Kommentare von Kunden zusammen. Wir haben dabei in den letzten Monaten mehrere tausend Stimmen gelesen – und einfach mal versucht eine kleine Typisierung vorzunehmen, denn ab und zu ähneln sich die Menschen doch, wenn es um die Erwartungshaltung gegenüber einem Shop geht. In den folgenden Zeilen findet Ihr eine humorvolle Zusammenstellung einiger bekannter Kommentare, wir wünschen viel Spaß damit!

Der Profi-Shopper oder: "Hier bestelle ich schon seit 15 Jahren!"

Die Profi-Shopper

Diese Art Kunden lässt sich ruhigen Gewissens als angenehmste Klientel für einen Shop-Betreiber bezeichnen. Zeigen sie mit ihren Kommentaren doch auf mehreren Wegen positive Eigenheiten: Nicht nur, dass sie schon seit "vielen Jahren treuer Kunde" – meistens sogar seit der Stunde 0 dabei - sind und damit quasi beweisen, dass der Händler seriös ist (welches Unternehmen würde sonst solange auf dem Markt bestehen?), sondern durch stetige 5 Sterne-Bewertungen tragen sie außerdem ihren Teil dazu bei, den Schnitt hochzuhalten. Und wer solange dabei ist, verzeiht vielleicht auch mal, wenn das Paket ein paar Tage länger benötigt, denn immerhin lief es ja die vorherigen 493 Bestellungen gut und ein kleiner Ausreißer macht den Kohl bekanntlich nicht fett. Außerdem kennen die Profi-Shopper das E-Commerce-Business und wissen, dass nicht jedes Problem einer Bestellung direkt dem Shop anzulasten ist, sodass es dem Händler nachgesehen wird. Bleibt zu hoffen, dass die Unternehmen für diesen Dauer-Besteller auch mal eine Weihnachtskarte beilegen oder sie zum Kaffee einladen.

Der Anspruchslose oder: "Die Lieferung war etwas langsam, habe keine Info bekommen, aber jetzt ist es ja da. 5 Sterne!"

Der Anspruchslose

Neben dem Profi-Shopper ist der Anspruchslose ein gern gesehener Kunde bei jedem Unternehmen, besonders ideal ist er vor allem für einen neuen Shop auf dem Markt. Denn selbst bei sehr guter Vorbereitung kann immer mal eine Kleinigkeit schiefgehen, weil die Abläufe noch nicht eingespielt sind. Dem "Anspruchslosen" ist vieles egal, wichtig ist ihm nur eines: Das Objekt der Begierde soll funktionieren. Alles andere lässt sich für ihn mit äußeren Umständen erklären, er zeigt Verständnis für Fehler - der Versand dauerte über 2 Wochen? Kann jedem passieren! Der Service ist nur schwer zu erreichen? Muss an der Beliebtheit des Shops liegen, dass man nicht durchkommt! Es gibt nur Vorkasse als Zahlungsbedingung? Wer weiß, ob der Betreiber mal hintergangen wurde … bleibt eigentlich nur die Frage, wie es zu dieser positiven Einstellung kommt? Entweder ist der Anspruchslose von Natur aus ein eher sanftmütiger Mensch. Oder er wurde schon mehrfach so derb enttäuscht, dass er mittlerweile glücklich ist, wenn er irgendwann seine Ware in den Händen hält und diese nicht vom Paketdienst beim Transport zerstört wurde. Wir finden: Auch diese Besteller sollten ein kleines Gratis-Geschenk erhalten.

Der Kurzfasser oder: "OK!"

Der Kurzfasser

Kein wirklicher Fan langer Worte. Jedes zu viel geschriebene Wort ist verschwendete Lebenszeit und heißt es nicht auch "Zeit ist Geld"? Geld wiederum wird für weitere Käufe benötigt, also heißt die Rechnung: Mehr Zeit = mehr Geld = mehr Onlinekäufe. Neben der Hektik-These gibt es aber auch noch eine andere Erklärung: Vielleicht sind es norddeutsche Shopper? Ihnen sagt man nach, nicht lange um den heißen Brei herum zu reden. Also warum so viel schwurbeln, wenn ein Sachverhalt sich in kurzen Worten zusammenfassen lässt? Ware gut, Lieferung schnell, Überweisung klappt, Service freundlich. Gefällt uns – den erfahrungen.de-Redakteuren – natürlich nicht unbedingt, da sich hieraus keine interessanten Kommentare herausziehen lassen. ;-)

Der Perfektionist oder "Der Versand war schnell, die Ware hochwertig, aber die E-Mail war unpersönlich. Daher Abzug!"

Der Perfektionist

Der Perfektionist nimmt das Bewertungssystem sehr ernst und die Details sehr genau. Schon Kleinigkeiten können dazu führen, dass er sich einen anderen Händler aussucht. Die volle Punktzahl wird selten vergeben. Vielleicht besteht bei ihm die Angst, dass eine zu positive Bewertung dazu führt, den Shop "schlechter" zu machen, weil der Geschäftsführer sich auf den Lorbeeren ausruht. Eigentlich gibt es aus seiner Sicht aber immer etwas zu bemängeln. Für Online-Shops ist dies Fluch und Segen zugleich: Einerseits ist es nicht nachvollziehbar, falls Kleinigkeiten bemängelt werden, welche 99 % der Kunden nicht interessieren. Andererseits gibt es dem Händler einen Hinweis auch diese kleinen Dinge noch verbessern zu können. Falls der Perfektionist resigniert, wird er zum "Anspruchslosen".

Die Schulnoten-Geberin oder: "Alles ist super gelaufen, daher gebe ich euch eine 1!"

Die Schulnoten-Geberin

Bewertungssysteme jeglicher Art haben so ihre Schwächen. Dazu gehört sicherlich auch das Ranking-Dilemma: Einerseits kennen wir es aus der Schule, dass eine 1 für "Sehr gut" steht und 6 für "Ungenügend". Andererseits kennen wir auch alle aus den Prüfungen, die wir im Verlauf unserer Lebens geschrieben haben, den Begriff "Volle Punktzahl, 10 von 10!". Dieses Problem versuchen die meisten Bewertungsportale wohl zu umgehen, indem man nur maximal 5 Sterne vergibt – eine "6" somit gar nicht vorkommt und der Kunde sich denken kann, dass es also nichts mit dem Benotungssystem der Bildungseinrichtung zu tun hat. Der Schulnoten-Geber hat leider das System trotzdem nicht verstanden und vergibt 1 von 5 Sternen – obwohl er zufrieden ist mit seinem Einkauf. Unglücklich für den Shop: Die Sternewertung ist das erste, was ein Käufer sieht und jeder Stern zieht den Gesamtschnitt herunter.

Der Lehrer oder "Der Kauf hat mir sehr viel Spaß gemacht, ihre Ware ist toll. Dennoch nur 4 von 5 Sternen, denn niemand ist perfekt!"

Der Lehrer

Ein interessantes Anspruchsdenken, welches uns auch wieder an die Schule zurückführt: Wohl an jeder Lehranstalt gibt es diesen einen Lehrer, der grundsätzlich keine 1+ vergibt, da immer noch etwas besser geht. Sicherlich gibt es überall Möglichkeiten zur Optimierung: Ein noch schnellerer Versand, eine weitere Zahlungsoption oder eine Gratis-Beilage zur Bestellung. Andererseits hat der Nutzer eventuell Idealvorstellungen, die gar nicht zu erfüllen sind – und zieht so ohne wirkliche Berechtigung den Sterne-Schnitt herunter. Der Umgang mit diesen Kunden ist schwieriger als mit wirklichen Kritikern, denn sie haben im Prinzip kein Problem.

Der Verschwörer oder: "Ihr Produkt beinhaltet Arsen, ich habe das eingeschickt!"

Der Verschwörer

Zugegeben: Dieser Typ Bewertung kommt sehr selten vor. Wenn es Kritikpunkte gibt, sind diese in der Regel "normaler" Natur. Mal ist der Versand zu langsam, mal ging etwas schief bei der Rückerstattung. Der Kundenservice ist unfreundlich oder die Ware ist schon nach kurzer Nutzung defekt. In diesem Fall jedoch vermutet ein Kunde Arsen im Kaffee eines bekannten Anbieters. Daraufhin schrieb der Käufer zahlreiche E-Mails und tätigte mehrere Anrufe, aber erhielt keine befriedigende Antwort. Und nach eigenen Angaben ging es dann los: Mit Gutachter, Laboruntersuchungen und Staatsanwaltschaft. Aber lest es selbst nach: https://de.trustpilot.com/reviews/56c3819a0000ff00093c0c14

Der Genervte oder "Mir geht Trusted Shops wirklich auf den Keks."

Der Genervte

Wie der Profi-Shopper, nur etwas missmutiger: Weil es mittlerweile zahlreiche Bewertungssysteme gibt, wie trustedshops.de, ekomi.de, idealo.de oder trustpilot.com, hat er als Dauerbesteller inzwischen die Schnauze voll vom ständigen Bewerten. Er möchte lieber in Ruhe gelassen werden, anstatt sich noch mit ein paar Worten zu äußern. Teils ist das sogar verständlich: Einige Händler bieten Dauer-Abos ihrer Produkte und so kommt wöchentlich eine E-Mail, in welcher der Besteller dazu aufgefordert wird, seinen Kauf zu bewerten. Andererseits lässt sich diese Funktion laut einigen Unternehmen auch mit wenigen Klicks deaktivieren.

Die Motivierte oder "Hallo, (viel, viel, viel Text), mit freundlichen Grüßen, Ihre Frau Meyer-Schmidt"

Die Motivierte

Das Gegenteil vom "Kurzfasser". Diese Nutzer wollen ihren Einkauf detailliert beschreiben und möglichst alles mit in die Bewertung einbeziehen. Meist in höflicher Form, man ist schließlich froh, dass es die Option gibt, die Shopping-Welt etwas besser zu machen. Detailreiche Bewertungen sind der Honigtopf für einen Betreiber. Nur dank dieser Beiträge weiß er zu 100 % was falsch gelaufen ist – bei einem Kommentar, in dem es allgemein heißt "Versand schlecht" kann es sich um Kritik an der Verpackung, der Schnelligkeit oder der Höhe des Portos handeln. Auch diesen Kunden kann man also nur dankbar sein.

Der kritische Geist oder "… man darf sich in die kapitalistische Wartegemeinschaft einreihen."

Der Kritiker

Der ein oder andere dürfte es noch aus der Studentenzeit kennen: Am nächsten Tag steht nichts an, man genießt ein paar Bier, zündet sich eine Zigarette an – und möchte noch einen Text schreiben. Plötzlich fühlt man sich besonders kreativ, die Finger fliegen nur so über die Tasten. So ähnlich scheint es manchem Kunden zu gehen, die Kommentare des Kurzfassers sind zu kurz, die des Texters zu langweilig: Und so wird Bezug auf das "große Ganze", das System und die Weltpolitik genommen. Warum auch nicht: Irgendwo sind die Shops ja auch Teil der globalen Wirtschaft.

Die Katzenliebhaber oder "odhjvnövnfödfjnvöoindfsov"

Der Katzenliebhaberin

Wer zuhause selbst ein kleines Fellknäuel auf vier Beinen hat, kennt das Problem: Man sitzt ganz locker vor seinem Laptop und surft eine Runde im Internet. Doch plötzlich kommt das Kätzchen an und will Aufmerksamkeit. Im Vergleich zu den meisten anderen Tieren setzt sich der Tiger leider direkt vor die eigene Nase und damit auf die Tastatur. Heraus kommt auf dem Bildschirm ein dadaistisch anmutender Text, bei dem sich kaum ein Wort erkennen lässt. Beim Versuch das Tier anzuheben, wird plötzlich die Eingabe-Taste erwischt – und die Bewertung ist veröffentlicht. Doch kann man dem Stubentiger böse sein? Eher nicht. Alternative Erklärung: Die Person hat noch nicht allzu viel Wissen über den Umgang mit dem PC und ist mit der Maus abgerutscht. Bei trustedshops.de zum Glück nicht so dramatisch wie in den sozialen Netzwerken.

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Dennis Kessel

Welches ist euer Liebling?

Dies war nun ein kleiner, humorvoller Überblick über die verschiedenen Typen von Kommentare und gleichzeitig ein Einblick in unsere tägliche Arbeit. Habt ihr euch wiedererkannt? Ist euch eine bestimmte Art Kommentar sympathisch? Oder fällt euch noch ein weiterer bekannter Typus ein? Dann postet diesen gerne in die Kommentare. Wir nehmen auch keine weitere Analyse vor. Versprochen.

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