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Sind PayPal (und Co.) wirklich sicher?

In vielen Online-Shops kann heutzutage nicht nur mit den "klassischen" Zahlungsmethoden des Versandhandels wie Vorkasse, Kauf auf Rechnung oder Lastschrift bezahlt werden, sondern vielfach auch per PayPal (oder mit anderen Online-Zahlsystemen). Doch eine Frage, die sich dabei immer wieder stellt, ist: Wie sicher sind diese Zahlungsarten wirklich? Diese Frage soll im nachfolgenden Artikel geklärt werden.

Was ist PayPal überhaupt genau?

Zuallererst soll erklärt werden, was PayPal eigentlich ist: Das im Jahr 1998 gegründete Unternehmen, das bis zu seiner Abspaltung 2015 eine Tochtergesellschaft von eBay war, ist ein börsennotierter Betreiber eines Online-Bezahldienstes. Der Kunde muss hier ein virtuelles Konto eröffnen, dank dem er nur durch die Eingabe seiner E-Mail-Adresse und seines Passworts schnell und sicher in Millionen von Online-Shops weltweit bezahlen kann – mit dem Konto können sowohl Zahlungen an Dritte ausgeführt als auch von Dritten empfangen werden, PayPal fungiert dabei nur als Dienstleister für den (Geld-)Transfer.

Welche Vorteile bietet PayPal?

Kurz gesagt: Der Dienst ermöglicht es, schnell und einfach auf zahlreichen Plattformen und bei Shops im Internet zu bezahlen. Doch PayPal bietet durchaus noch einige weitere interessante Vorteile:

  • keine Kosten: Sowohl das Konto selbst als auch die Überweisungen sind kostenlos. Nur wenn Verkäufer Geld auf ihr PayPal-Konto transferiert bekommen, wird eine Gebühr erhoben, die sich aus einem Grundbetrag je Transaktion und einem prozentualen Anteil zusammensetzt. Transaktionen zwischen Privatkonten sind hingegen seit Ende 2013 vollkommen kostenlos – dies gilt jedoch nur, wenn Guthaben auf dem PayPal-Konto des Senders vorhanden ist oder die Einziehung des Geldes mittels Bankeinzug erfolgt. Ist das Konto bei PayPal an eine Kreditkarte geknüpft, fallen 1,9 % Provision an.
  • Schnelligkeit: Via PayPal getätigte Zahlungen werden dem Zahlungsempfänger sofort gutgeschrieben, d.h. die sonst übliche Banklaufzeit einer Überweisung entfällt (so kann sich automatisch auch die Lieferzeit der Ware verkürzen, sofern der Verkäufer die Ware zeitnah nach dem Zahlungseingang verschickt).

Wie sicher ist PayPal?

Auf den ersten Blick erweist sich PayPal als relativ sicher – dies ist schon daran erkennbar, dass der TÜV Saarland es als "geprüftes Online-Zahlungsmittel" ausgezeichnet hat. Im mehrstufigen Testverfahren wurden dabei unter anderem das Datenschutzmanagement und die technischen Anforderungen zur Verschlüsselung von Daten kontrolliert. PayPal nutzt nämlich nicht nur die bekannte https-Verschlüsselung, sondern sensible Kundendaten werden bei diesem Dienst generell nicht weitergegeben oder übermittelt: Der Verkäufer kennt nur die bei PayPal hinterlegte E-Mail-Adresse des Käufers (das bedeutet, Daten wie die Kontonummer erfährt er nicht – diese Daten besitzt nur PayPal).

Zudem wirbt PayPal mit einem Käuferschutz: Wenn Kunden beim Online-Shopping auf Betrüger hereingefallen sein sollten (also z.B. wenn der Artikel nicht der Beschreibung entspricht oder gar nicht erst ankommt), können sie dies bei PayPal melden und erhalten sofort das Geld zurück aufs Konto.

Außerdem wird bei jedem Bankkonto, das erstmalig bei PayPal hinterlegt wird, zunächst eine Testüberweisung mit einem speziellen Code durchgeführt, um auszuschließen, dass fremde Bankkonten als Referenzkonten eingetragen werden.

Was sind die (möglichen) Probleme von PayPal?

Da bei einem PayPal-Account zum Rechnungsausgleich nicht nur ein Bankkonto, sondern auch alle bekannten Kreditkarten (wie z.B. VISA oder MasterCard) hinterlegt werden können, ergibt sich daraus folgende Problematik: Wer Zugang zum PayPal-Konto besitzt, hat automatisch ebenfalls Zugriff auf alle dort hinterlegten Bankkonten und Kreditkarten.

Ansonsten treten Risiken bzw. Probleme mit PayPal vor allem auf, wenn dieser Dienst als Kontoersatz genutzt wird. Hier kommt es nämlich wohl immer mal wieder zu ungerechtfertigten Einfrierungen von Konten – dies passiert zum Beispiel, wenn sich ein Käufer oder Verkäufer bei PayPal beschwert, falls der Handel nicht korrekt abgelaufen ist oder nur der geringste Verdacht besteht, dass der Nutzer terroristischen oder betrügerischen Aktivitäten nachgeht. Davon sind aber leider auch immer wieder unschuldige Personen betroffen, die dann oftmals für längere Zeit keinen Zugriff mehr auf ihr Guthaben haben, da das Konto gesperrt wird. Damit die Nutzer von einer solchen potentiellen Sperrung weniger hart getroffen werden, sollten sie alle Zahlungseingänge bei PayPal stets sofort auf das eigene Bankkonto weiterleiten (gerade größere Geldbeträge sollten nicht auf dem PayPal-Konto verbleiben!).

Wie kann man sich schützen?

Tipp

Um sich generell vor Phishing (also Betrugsversuchen im Internet) zu schützen, sollten wichtige Informationen wie Kontodaten stets nur auf verschlüsselten Webseiten (wie paypal.de) eingeben werden. Ob es sich um eine verschlüsselte Homepage handelt, ist dabei sowohl am Schlosssymbol als auch am Kürzel \"https\" in der Adresszeile des Browsers erkennbar.

Zum Schutz vor Cyberkriminalität gilt es folgende Dinge zu beachten, wenn ein Dienstleister wie PayPal am digitalen Zahlungsverkehr beteiligt wird: So sollte stets für einen gesicherten Zugang zum PayPal-Konto gesorgt werden (d.h. die Verwendung eines sicheren Passworts sowie einer E-Mail-Adresse, die einen nicht mit anderen Konten – z.B. bei sozialen Netzwerken – in Verbindung bringt). Wer möchte, kann hier sogar eine Zwei-Faktoren-Authentifizierung aktiveren, mit der man sich beim Login erst per SMS verifizieren muss. Diese Art der Authentifizierung sorgt für mehr Sicherheit, da sie dem Identitätsnachweis eines Nutzers mittels der Kombination zweier unterschiedlicher und vor allem unabhängiger Komponenten (z.B. eine Bankkarte und ein Kennwort oder ein Fingerabdruck) dient.

Zudem sollten die Referenzkonten auch immer sorgfältig und nur in Maßen ausgewählt werden – ratsam ist es, so wenig Kreditkarten und Bankkonten wie möglich zu hinterlegen, damit man nicht den Überblick verliert und so ggf. eine nicht autorisierte Zahlung schneller entdeckt. Zudem sollten die Nutzer die im PayPal-Konto hinterlegte E-Mail-Adresse regelmäßig abrufen und die Kontoaktivitäten stets im Blick haben, damit sie bei Unregelmäßigkeiten (wie z.B. unautorisierten Zahlungen oder Passwortänderungen von fremder Hand) direkt eingreifen und im schlimmsten Fall das Konto oder die Kreditkarte sperren lassen können.

Welche Alternativen gibt es zu PayPal?

PayPal gilt zwar als der bekannteste Bezahldienst im Internet, eine weitere sehr verbreitete Variante ist aber auch Amazon Pay, das ähnlich einfach funktioniert. Die Kunden können hier nämlich Geld senden und empfangen sowie in allen teilnehmenden Online-Shops bezahlen. Dafür werden die im Amazon-Konto hinterlegten Zahlungsdaten genutzt, es ist also keine zusätzliche Registrierung notwendig. Eine andere Alternative ist Paydirekt – ein Online-Bezahldienst der deutschen Kreditwirtschaft. Voraussetzung hierfür ist nur der Besitz eines onlinefähigen Girokontos bei einer der beteiligten Banken – als Zahlungsinformationen bei Internetkäufen werden auch hier automatisch die bei der Hausbank hinterlegten Daten verwendet, eine zusätzliche Registrierung ist ebenfalls nicht notwendig. Zudem gibt es hier – genauso wie bei PayPal – auch eine Art Käuferschutz – einmal gezahlte Beträge können also zurückgebucht werden, falls die Händler keinen Nachweis über den Versand der bestellten Waren liefern können.

Im Vergleich zum eher "unsicheren" Bezahlen bei Vorkasse (das Geld kann nicht zurückgebucht werden und die Kunden bezahlen hier schon, bevor sie die Artikel gesehen haben, d.h. sie wissen also nicht, ob die gelieferte auch der bestellten Ware entspricht), sind PayPal und Co. relativ sicher. Wer aber beim Online-Shopping ganz sichergehen möchte, dem wird folgendes empfohlen: Wenn möglich, am besten den Kauf auf Rechnung wählen, da hier erst nach dem Erhalt und der Prüfung der Ware bezahlt werden muss. Wenn diese Variante nicht angeboten wird, sind Lastschrift oder Kreditkarte die nächstsicheren Optionen (hier können sich die Kunden nämlich im Zweifelsfall das Geld von der Bank zurückbuchen lassen).

Fazit

Grundsätzlich bietet eine Online-Bezahlung mit PayPal viele Vorteile, da dieses Verfahren besonders schnell und einfach ist und vor allem in quasi jedem Online-Shop als Bezahlmethode zur Verfügung steht. Zudem ist PayPal technisch gesehen sicher (was Datensicherheit etc. angeht) - sonst würden wohl auch kaum so viele Leute dieses Verfahren nutzen (insgesamt gibt es weltweit 230 Millionen Mitgliedskonten in 193 Nationen und 25 Währungen). Probleme können maximal dann entstehen, wenn PayPal als Kontoersatz genutzt wird und nicht wie meist nur als Treuhandkonto bzw. für den Geldtransfer.